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Montag, 6. September 2010

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5.03.10 07:54 Alter: 185 days

90 neue „Eigenheime“ für die Frühlingsboten

Von: Frank Behling, Kieler Nachrichten

Die acht Kieler Jugendwehren wollen dem Frühling auf die Sprünge helfen - genauer gesagt: den Frühlingsboten. Für die sind nämlich die 90 Nistkästen bestimmt, die von den Mädchen und Jungen der Jugendabteilungen der Feuerwehren in den nächsten Tagen angebracht werden.

Die Feuerwehren nahmen die in Handarbeit gebauten Nisthäuser gestern bei der Justizvollzuganstalt Kiel (JVA) in Empfang. In den dortigen Betrieben waren sie von Inhaftierten gebaut worden. Finanziert hat diese Aktion der ehemalige Ratsherr Conrad Hansen, der bis 2008 in der Ratsfraktion der Grünen für die Belange der Kieler Feuerwehr zuständig war. Es passe bei diesem Projekt alles zusammen, so Hansen: Arbeit für Inhaftierte, Brutmöglichkeiten für die heimischen Singvögel und eine interessante Aufgabe für die Jugendwehren. Auch den Inhaftierten habe die Arbeit Spaß gemacht. „Die waren alle begeistert dabei“, sagte Helge Sonn von der Haus- und Gebäudetechnik der JVA in der Faeschstraße. Die in den Werkstätten tätigen Strafgefangenen haben Holzabfälle verarbeitet, die bei der Renovierung der Innenhof-Fassade der JVA angefallen waren.
Die Mitglieder der Jugendfeuerwehren werden jetzt den Aufbau übernehmen. „Wir werden am Sonnabend bei unserer Jahresversammlung das Projekt vorstellen und dann schnell umsetzen“, kündigte Janin Aderhold an. Die Stadtjugendfeuerwehrwartin war gestern mit einer Abordnung bei der JVA erschienen und hatte die 90 Nistkästen in Empfang genommen. „Diese Aufgabe übernehmen wir gern“, freute sich die Chefin der acht Jugendwehren.

Beraten werden sie vom Biologen Björn Sander, der Infotafeln über die Vögel im Gepäck hatte. „Zielgruppe“ sind sogenannte Höhlenbrüter wie Stare, Meisen und Sperlinge. Diese Vögel haben es immer schwerer, natürliche Nistplätze zu finden.

„Die Arbeit hat auch uns Freude bereitet. So ein Projekt würden wir auch sofort wieder in Angriff nehmen“, sagt Jan Dose, neuer Leiter der Justizvollzuganstalt Kiel. Viele Häftlinge seien über diese Abwechslung im Alltag sehr froh. Etwa 60 Prozent der Insassen der Kieler JVA gehen in den Werkstätten täglich einer Beschäftigung nach. Vielen Inhaftierten gelinge auf diese Weise auch erst die Gewöhnung an alltägliche Arbeitsabläufe, erklärte Dose.

Quelle: www.kn-online.de


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