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Montag, 6. September 2010

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9.01.10 12:49 Alter: 240 days

Freiwillige Feuerwehren in Kiel schließen einsatzreiches Jahr 2009 ab

Von: StFV Kiel

In 430 Fällen wurden die zehn Kieler Freiwilligen Feuerwehren im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr zu Bränden und Hilfeleistungen alarmiert. „Damit liegen wir zahlenmäßig im Bereich der Vorjahre, jedoch haben mehrere Großbrände uns besonders belastet“, so Kiels Stadtwehrführer Henrik Lehn. Jedoch wird es für die Freiwilligen immer schwieriger, tagsüber ausreichend Einsatzpersonal bereitzustellen, da die Feuerwehrmitglieder immer mehr im Spagat zwischen Arbeitgeber und Ehrenamt stehen.

Die zunehmenden Anforderungen an die Mobilität von Arbeitnehmer, der demografische Wandel und die zeitliche Belastungen durch das Ehrenamt machen es den Freiwilligen Feuerwehren in der Landeshauptstadt Kiel seit einigen Jahren nicht einfach. In den zehn Ortsfeuerwehren stehen 500 Frauen und Männer Tag und Nacht gemeinsam mit der Kieler Berufsfeuerwehr bereit, um den Bürgerinnen und Bürger in der Not zu helfen. „Diese hohe aber auch notwendige Anzahl an Einsatzkräften ist das Ergebnis einer mehrjährigen vielschichtigen Informations- und Werbekampagne, mit welcher der Stadtfeuerwehrverband Kiel neue Mitglieder angeworben hat“, so Kiels Stadtwehrführer Henrik Lehn. Seit 2003 waren die Mitgliederzahlen, analog zum Landestrend, auf eine bedrohliche Zahl gesunken. Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, hatte der Stadtfeuerwehrverband Kiel mit verschiedenen Aktionen um neue Einsatzkräfte geworben. Aktuell sehen die Verantwortlichen nun diesen positiven Trend wieder in Gefahr. „Zur sichtbar negativen Entwicklung der Wirtschaft kommt noch ein Überangebot an Arbeitskräften und einen Mangel an ortsnahen Arbeitsstellen. Das führt dazu, dass Arbeitnehmer mit „unpassenden" Fehlzeiten, wie z.B. die  Angehörigen der FF die während der Arbeitszeit in den Einsatz müssen unkalkulierbar sind und daher „unbeliebt“, zumal in den Firmen schon lange keine Personalreserven zum Ausgleich für ungeplante Ausfälle, wie z.B. Einsätze, existieren“, so Lehn.

Schnell könnte hier der Arbeitgeber die Wichtigkeit der Feuerwehrtätigkeit, besonders am Tag, in den Hintergrund drängen, und diese bei möglichen, betriebsbedingten Kündigung unbewusst negativ bewerten. Diese oder ähnliche Gedanken bewegen aktuell eine Vielzahl an Feuerwehrleuten in Kiel und führen im Zweifel im schlimmsten Fall dazu, dass die Einsatztätigkeit bei der Feuerwehr ganz oder teilweise eingestellt wird. Sollte dieser Schritt Schule machen, werden schnell andere Maßnahmen erforderlich sein, um eine Tagesalarmstärke sicherzustellen. Nicht zu letzt haben die letzten Großfeuer am Nord-Ostsee-Kanal und auch in der Preetzer Straße gezeigt, dass „Manpower“ gefragt ist. Allein beim Einsatz in der Preetzer Straße im Dezember letzten Jahres musste neben der Berufsfeuerwehr über 100 Freiwillige Feuerwehrleute eingesetzt werden. „Dies hat damals bereits erfordert, mehrere Ortsfeuerwehren zu alarmieren, um diese Personalstärke zu erreichen“, berichtet Henrik Lehn. Ein Abbau der Mitgliederzahlen würde daher auf jeden Fall bedeuten, dass die Stadt als Träger der Feuerwehr mehr hauptamtliches Personal einstellen muss, um die Sicherheit der Bürger nicht zu gefährden.

Der Stadtfeuerwehrverband Kiel hofft nun auf die Unterstützung der Arbeitgeber sich aktiv und positiv zu seinen Mitarbeitern die ehrenamtlich in einer Freiwilligen Feuerwehr tätig sind zu bekennen. Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr sind in den meisten Fällen Menschen mit einem hohen Anteil an Teamfähigkeit und einem vielfältigen technischen Wissen. Dies bedingt die große Bandbreite an Einsatzszenarien, welche die Feuerwehr zu bewältigen hat. Hier sind schnelle und richtige Entscheidungen gefragt, die in Teamarbeit umgesetzt werden müssen; und dies immer mit einem Blick auf die Sicherheit. „Etwas Besseres kann einem Chef doch nicht passieren, wenn sein Mitarbeiter diese Qualifikation mitbringt. Bereits in der Jugendfeuerwehr haben die meisten unserer Mitglieder die Grundlagen dieser Eigenschaften erlernt“, berichtet Henrik Lehn und hofft, besonders in der aktuell schwierigen Zeit, auf den verantwortungsvollen Weitblick der Vorgesetzten. Den ehrenamtlich aktiven Arbeitnehmern müsse die Unterstützung bei ihrer Freizeitbeschäftigung „Feuerwehr“ aber auch signalisiert werden, da viele Feuerwehrleute, aus Eigenschutz, diese Problematik nicht von sich aus ansprechen.

Dass die Freistellung von Feuerwehrleuten zu Einsätzen und insbesondere der Ausbildungen nicht zu finanziellen Lasten des Arbeitsgebers geht, sondern eine Erstattung der Ausfallkosten durch die Stadt bzw. Gemeinde erfolgen muss, ist zusätzlich im Brandschutzgesetz festgelegt


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